08 Feb

Schlechtes Gewissen? Oder mediale Selbstverteidigung?

Thursday February 08th 2007, 9:47 am
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Im Original fließen die Zeilen in Form eines Laufbands von links nach rechts und rechts nach links, damit sie auch ja keiner übersieht. Epikelptiker sollten schnell die Seite wechseln.

Ziemlich jeder Browser bringt inzwischen Werbefilter entweder schon selbst mit oder es gibt einschlägige Erweiterungen, die dem Webbürger automatisiert von Werbung befreien. Bekanntermaßen gibt es viele Webseiten, die sich ausschließlich durch Werbung finanzieren. Folglich stellt sich die Frage, ob es moralisch ist, sich mit solchen Werbefiltern à la AdBlock dem Anblick zu entziehen, die Inhalte aber dennoch zu konsumieren. Muss man ein schlechtes Gewissen haben oder gibt es ein Recht auf mediale Selbstverteidigung? Beim Fernsehen gibt es ja ähnliche Ansätze, die die Werbeblöcke rausschneiden, oder man schaltet einfach für die Werbezeit auf einen anderen Sender. Dort jedoch siegt manches mal die Faulheit und die Unumgänglichkeit des Wartens auf die Firmfortführung über den Drang des Werbungselbstschutzes. Im Browser ist dies anders, und die Werkzeuge sind so gut, dass man erschrocken ist, wenn man so manche Webseite dann doch mal ohne die Filter sieht. Gegen Werbebanner, die ohne großes Theater ruhig mit der ein oder anderen kleinen Animation auf der Seite sitzen, hat ja kaum jemand was. Aber Werbung im Netz ist inzwischen teilweise so aggressiv, dass es ohne Werbefilter zum Wettkampf kommt zwischen der Maus, auf der Suche nach dem Schließen-Knopf, und der Werbemacher, die in der Zeit bis zum tödlichen Klick ihre Aussage übermittelt haben wollen. Werbung in Maßen ist ok, aber wenn sie so die Inhalte in den Hintergrund drängt und der Anblick visuelle Schmerzen und sofortiges Fluchtverlangen hervorruft, braucht wohl niemand ein schlechtes Gewissen haben, sie mit technischen Mitteln endgültig zu verbannen. Dass dabei auch harmlose Werbebanner auf der Strecke bleiben, lässt sich nicht vermeiden.

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